Presse-Handout - Pressemitteilung der Stadt Höxter
065/2026 – 26.03.2026
Video-Statement von Bürgermeister Daniel Hartmann zur Standortentscheidung für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) siehe Video Startseite
Bürgermeister Daniel Hartmann hat sich in einem aktuellen Video-Statement zur Entschei-
dung des Rates der Stadt Höxter über den künftigen Standort des neu gegründeten Medizini-
schen Versorgungszentrums (MVZ) geäußert. Das Video ist ab sofort auf dem YouTube-Kanal
der Stadt Höxter abrufbar.
In seiner Ansprache macht der Bürgermeister deutlich, dass er den Ratsbeschluss vom 19.
März, das MVZ im ehemaligen Postgebäude am Bahnhof unterzubringen, kritisch sieht und
diesem aus fachlichen und strategischen Gründen widersprochen hat.
„Die medizinische Versorgung in unserer Stadt ist ein zentrales Zukunftsthema, das uns alle
betrifft“, betont Hartmann. Zwar erscheine der Standort auf den ersten Blick aufgrund seiner
zentralen Lage attraktiv, jedoch sei die Entscheidung aus seiner Sicht verfrüht getroffen wor-
den.
Zum Zeitpunkt der politischen Festlegung seien wesentliche Akteure, darunter die Geschäfts-
führung des MVZ, medizinisches Fachpersonal sowie Fachplaner, noch nicht ausreichend ein-
gebunden gewesen. „Eine so weitreichende Entscheidung braucht eine fundierte fachliche
Grundlage“, so Hartmann weiter. Der Widerspruch sei dabei kein politisches Signal gegen den
Rat, sondern ein vorgesehenes und wichtiges Instrument: „Der Widerspruch ist dabei ein In-
strument, das in unserer Gemeindeordnung bewusst vorgesehen ist, um sicherzustellen, dass
Entscheidungen auf fundierter Grundlage getroffen werden können. Er stärkt ausdrücklich un-
sere demokratischen Prozesse.“
Das MVZ sei erst kürzlich offiziell gegründet worden, die operative Arbeit stehe noch am An-
fang. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, den Betrieb zunächst in den bestehenden Arzt-
praxen fortzuführen und erst im Anschluss eine langfristige Standortstrategie zu entwickeln,
unter Einbeziehung aller relevanten Fachleute.
Besonders kritisch bewertet der Bürgermeister die räumlichen Gegebenheiten im ehemaligen
Postgebäude. Große Teile der Immobilie seien bereits anderweitig verplant, unter anderem
für die Stadtbücherei, das Stadtarchiv sowie weitere öffentliche Nutzungen. Fördermittelbin-
dungen ließen hier kaum Spielraum für Anpassungen.
„Für ein modernes, fachübergreifendes MVZ braucht es zusammenhängende Flächen, klare
Strukturen und Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Voraussetzungen sind am vorgesehenen
Standort nicht gegeben“, erklärt Hartmann. Auch die Geschäftsführung des MVZ habe nach
Prüfung der Räumlichkeiten erhebliche Zweifel an einem wirtschaftlich tragfähigen Betrieb
geäußert.
Zudem fehlten Erweiterungsmöglichkeiten für zusätzliche Fachrichtungen, obwohl bereits
erste Anfragen vorlägen. „Wir würden uns damit von Anfang an selbst begrenzen. Das können
wir uns angesichts der Herausforderungen in der medizinischen Versorgung nicht leisten“, so
der Bürgermeister.
Hartmann sieht durch den aktuellen Beschluss drei zentrale Risiken:
1. eine Gefährdung der medizinischen Versorgung in Höxter,
2. mögliche wirtschaftliche Nachteile für die Stadt,
3. sowie Verzögerungen bei weiteren wichtigen städtischen Entwicklungsprojekten.
Vor diesem Hintergrund hat der Bürgermeister dem Ratsbeschluss formell widersprochen.
Eine erneute Beratung ist bereits angesetzt: Am Donnerstag, 2. April, um 19:00 Uhr tritt der
Rat zu einer Sondersitzung zusammen.
Bis dahin soll die Entscheidungsgrundlage weiter verbessert werden. Geplant ist unter ande-
rem die Einbindung eines zusätzlichen unabhängigen Experten sowie eine fachliche Vorprü-
fung eines alternativen Standorts am Berliner Platz 1.
„Es geht nicht um politische Positionen, sondern um die bestmögliche Lösung für die Men-
schen in unserer Stadt“, appelliert Hartmann. „Die Gesundheit und Versorgung der Bürgerin-
nen und Bürger muss im Mittelpunkt stehen.“
Das vollständige Video-Statement siehe Stratseite www.lokalnachrichten-dieaktuellekamera.de